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Gesunde Grenzen, gesunde Mitarbeitende: Ein Leitfaden für Unternehmen

  • Autorenbild: Carlina Anderes
    Carlina Anderes
  • 3. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Juli

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Wenn ständig Nachrichten nach Feierabend eintrudeln, läuft etwas schief.

Viele Mitarbeitende haben verlernt, sich klar abzugrenzen – oder trauen sich schlicht nicht. Kein Wunder, wenn Erreichbarkeit stillschweigend erwartet wird und Pausen als Schwäche gelten.


Dabei ist gesunde Abgrenzung keine Einzelverantwortung. Unternehmen haben grossen Einfluss darauf, ob Mitarbeitende ihre Grenzen wahren können – oder ob sie langfristig ausbrennen.


In diesem Beitrag geht es darum, was Unternehmen konkret tun können, um eine Kultur zu schaffen, in der Balance und Respekt nicht nur auf dem Papier stehen.


Warum Abgrenzung wichtig ist

Eine fehlende Abgrenzung führt nicht nur zu Stress und Überlastung, sondern langfristig auch zu sinkender Produktivität, Unzufriedenheit und einer höheren Fluktuation. Unternehmen profitieren also direkt davon, wenn sie ihre Mitarbeitenden dabei unterstützen, ihre eigenen Grenzen zu setzen und einzuhalten. Aber wie kann das konkret gelingen?


1. Klare Arbeitszeitregelungen schaffen

Eine der grössten Herausforderungen im modernen Arbeitsumfeld ist die ständige Erreichbarkeit. Hier können Unternehmen Abhilfe schaffen:


  • Flexibilität fördern: Modelle wie Gleitzeit oder Homeoffice ermöglichen Mitarbeitenden, ihre Arbeit an ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen.

  • Erreichbarkeit begrenzen: Eine „No-Work“-Policy nach Feierabend oder an Wochenenden gibt Mitarbeitenden die Freiheit, sich vollständig zu erholen, ohne das Gefühl zu haben, erreichbar sein zu müssen.


2. Klare Rollen und Verantwortlichkeiten definieren

Unklare Zuständigkeiten führen oft dazu, dass Aufgaben doppelt erledigt werden oder Mitarbeitende sich überlastet fühlen. Unternehmen sollten daher:


  • Transparenz schaffen: Klare Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten helfen Überforderung zu vermeiden.

  • Delegation fördern: Führungskräfte sollten lernen, Aufgaben realistisch zu verteilen, um Mitarbeitende nicht zu überlasten.


3. Schulungen und Workshops anbieten

Das richtige „Nein sagen“ will gelernt sein – und Unternehmen können dabei unterstützen:


  • Workshops zu Abgrenzung: Mitarbeitende können in Seminaren lernen, wie sie freundlich, aber bestimmt Prioritäten setzen und Grenzen kommunizieren.

  • Stressmanagement fördern: Kurse zu Resilienz und persönlichem Stressmanagement stärken die Fähigkeit der Mitarbeitenden, auch in hektischen Phasen ruhig und fokussiert zu bleiben.


4. Offene Kommunikation fördern

Eine offene und ehrliche Feedback-Kultur ist entscheidend, damit Mitarbeitende sich sicher fühlen, Überlastung oder Bedenken anzusprechen. Unternehmen können dies fördern durch:


  • Regelmässige Feedbackgespräche: Führungskräfte sollten aktiv nachfragen, wie es den Mitarbeitenden geht, und gemeinsam Lösungen finden, falls die Arbeitsbelastung zu hoch ist.

  • Realistische Deadlines: Ziele sollten in Absprache mit den Mitarbeitenden gesetzt werden, um Überforderung zu vermeiden.


5. Pausen und Rückzugsräume schaffen

Gesunde Abgrenzung gelingt nur, wenn der Arbeitsplatz auch Raum für Erholung bietet:


  • Rückzugsorte im Büro: Ob Ruheraum oder kleine Wohlfühlbereiche – Rückzugsmöglichkeiten helfen Mitarbeitenden, zwischendurch abzuschalten.

  • Aktive Pausen fördern: Unternehmen können Mitarbeitende motivieren, ihre Pausen aktiv zu gestalten, z. B. durch gemeinsame Spaziergänge, Yoga oder Meditation.


6. Vorbildfunktion der Führungskräfte nutzen

Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, gesunde Abgrenzung in der Unternehmenskultur zu verankern:


  • Abgrenzung vorleben: Führungskräfte sollten selbst darauf achten, beispielsweise keine E-Mails spätabends zu verschicken oder unrealistische Erwartungen zu setzen.

  • Prioritäten setzen: Sie können ihren Teams dabei helfen, zwischen wichtigen und unwichtigen Aufgaben zu unterscheiden.


7. Wohlbefinden und mentale Gesundheit fördern

Ein Unternehmen, das die Gesundheit seiner Mitarbeitenden ernst nimmt, schafft ein motiviertes und engagiertes Team:


  • Externe Angebote nutzen: Programme wie Mitarbeiter-Coachings oder ein Employee Assistance Program (EAP) bieten professionelle Unterstützung in belastenden Situationen - diese Angebote auf in KMU's anbieten.

  • Anreize schaffen: Zuschüsse für Fitness, psychologische Beratung oder Wellness-Massnahmen zeigen, dass das Unternehmen das Wohlbefinden der Mitarbeitenden wertschätzt.


8. Tools zur Priorisierung einführen

Effiziente Arbeitsmethoden können Mitarbeitende entlasten und helfen, Grenzen klar zu ziehen:


  • Projektmanagement-Tools: Programme wie Trello oder Asana erleichtern die Organisation und machen Aufgaben transparent.

  • Ressourcen-Management: Sicherstellen, dass Arbeitslasten gleichmässig im Team verteilt sind, um Überlastung zu vermeiden.


Eine Kultur der Balance schaffen

Abgrenzung ist ein Thema, das sowohl die Verantwortung des Einzelnen als auch die des Unternehmens betrifft. Indem Unternehmen Massnahmen ergreifen, die gesunde Grenzen fördern, schaffen sie nicht nur ein produktives und zufriedenes Arbeitsumfeld, sondern investieren auch in die langfristige Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeitenden.


Welche dieser Ansätze könnte Ihr Unternehmen direkt umsetzen?

Gerne unterstützen wir Sie bei der Implementierung nachhaltiger Lösungen.




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