Die Struktur war nicht das Problem
- Carlina Anderes

- vor 5 Tagen
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Ein Unternehmen rief mich wegen seiner Organisationsform. Was wir gemeinsam herausfanden, lag tiefer.
Ein Unternehmen meldete sich bei mir mit einem klaren Auftrag: Die Mitarbeitenden seien unzufrieden mit der bestehenden Organisationsform. Immer wieder werde sie als Erklärung herangezogen, wenn etwas nicht funktioniere. Die Geschäftsleitung hatte jedoch bereits ein Gefühl dafür entwickelt, dass die Ursache nicht allein in der Struktur liegen konnte. Das Thema schien tiefer verankert zu sein. Gemeinsam entschieden wir uns für einen Workshop, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Was der erste Workshop zeigte
Bereits im ersten Workshop bestätigte sich mein Eindruck: Es ging nicht primär um die Organisationsform. Natürlich gab es dort noch offene Fragen, unklare Prozess und Aufgaben zu lösen, doch dahinter lagen grundlegendere Themen. Es ging um Kommunikation, darum, dass sich Mitarbeitende nicht gehört fühlten, und um Prozesse, die schlicht nicht mit der Zeit mitgegangen waren. Statt digitalisiert oder konsequent überarbeitet zu werden, waren sie nur teilweise angepasst worden. Das Ergebnis: ein Flickwerk aus vielen kleinen Pendenzen, das den Alltag belastete.
Gemeinsam Lösungen entwickeln
In den folgenden Workshops arbeiteten wir daran, das Team zusammenzubringen. Dabei schauten wir uns konkrete Prozesse gemeinsam an und stellten fest: Wenn alle miteinander sprechen, lassen sich Lösungen finden, die für alle funktionieren. Und manchmal braucht es eben den Blick von aussen, um festgefahrene Sichtweisen aufzubrechen.
Wer viele Jahre in einem Betrieb oder einer Branche tätig ist, kennt die internen Abläufe in- und auswendig. Das ist eine echte Stärke. Gleichzeitig kann man sich an bestimmte Dinge so gewöhnen, dass man sie nicht mehr hinterfragt. Man ist, positiv gemeint, betriebsblind: hervorragend orientiert im eigenen System, aber manchmal zu nah dran, um neue Wege zu sehen. Genau dort kann eine externe Perspektive den entscheidenden Impuls geben.
Was wir konkret getan haben
Wir führten mehrere Workshops durch, bereiteten sie sorgfältig vor und werteten sie gemeinsam aus. Die Führungskräfte wurden aktiv in die Verantwortung und in die Kommunikation eingebunden. Wir setzten klare, einfache Stellschrauben. Und schliesslich wurde ein weiterführendes Projekt lanciert, das sich gezielt mit Prozessen und Unternehmenskultur befasste. Dieses Projekt wurde in der Folge von einem "anderes denken" Partner weitergeführt und umgesetzt.
Manchmal braucht es nur jemanden, der die richtigen Fragen stellt. Und einen Raum, in dem alle offen miteinander sprechen können.



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